Geschichte Friedhof

Auf dem Nienstedtener Friedhof wurde erstmals 1814 auf einer ehemaligen Pastorenkoppel bestattet. Das Anwachsen der Gemeinde machte wiederholt Erweiterungen nötig, so 1836, 1875, 1896, 1906-1908, 1918, 1935, 1937, 1948, 1952, 1969 und 1974/75. Sämtliche Erweiterungsmöglichkeiten sind heute ausgeschöpft. Bei der letzten musste das ehemalige Stallgebäude der Familie Parish weichen. Der Friedhof hat seitdem eine Größe von 10,5 Hektar.

Der Nienstedtener Friedhof war der Begräbnisplatz für das ganze Nienstedtener Kirchspiel, das damals etwa die Größe unseres Kirchenkreises - außer Wedel und Schulau - hatte. Um 1820 lebten in diesem Gebiet ca. 5.000 Personen. Mit der Verselbständigung der umliegenden Gemeinden (Blankenese, Groß Flottbek, Sülldorf, Iserbrook, Rissen, Osdorf, Lurup, Schenefeld) kamen neue Friedhöfe in Blankenese und Groß Flottbek dazu.

Die Kirchengemeinde Nienstedten hat mit der altehrwürdigen Begräbnisstätte an der Elbchaussee, durchgehend bis zur Rupertistraße, einen der ältesten noch betriebenen Friedhöfe im Groß-Hamburger Stadtgebiet. Dieser Friedhof ist mehr als ein normaler ehemaliger Dorffriedhof, er ist ein Stück Geschichte der Elbchaussee und der alten Familien der Elbvororte. Berühmte Grabstätten, sowie kunst- und kulturgeschichtlich bedeutende Grabdenkmäler besitzt der Friedhof in ansehnlicher Zahl (so u.a. die des Reichsfreiherrn Baron Caspar von Voght, der Familie Parish, des Deutschen Reichskanzlers von Bülow, der Familie Sieveking oder Rücker-Jenisch).

1920 wurde eine Gedenkstätte für die Gefallenen des 1. Weltkrieges nach einem Entwurf des Hamburger Bildhauers Professor Luksch eingeweiht. Daneben findet sich jetzt ein Gedenkstein für die Opfer des 2. Weltkrieges. 1911 entstand der heutige Warteraum, ein Gebäude mit 4 Säulen im Zugangsbereich. In ihm wurden auch kleine Trauerfeiern abgehalten, wenn die Feier nicht in der Kirche vorgesehen war. 1929 konnte endlich die Friedhofskapelle eingeweiht werden, die 1995 aufwändig renoviert worden ist. Im Jahre 2000 wurden neue Sozialräume für die Mitarbeiter geschaffen. Die alten Räumlichkeiten baute man zum neuen Friedhofsbüro um. Der Umzug erfolgte am 1. August 2001. Anlässlich der Feier zum 250-jährigen Bestehen der Nienstedtener Kirche wurde zum Mai 2001 der undichte Klinkerbrunnen auf dem Friedhof abgerissen und durch einen neuen runden Sandstein-Springbrunnen mit drei Wasser speienden ineinander verschlungenen Fischen ersetzt.